Wöchentlicher Marktbericht Aktien
Ab sofort finden Sie hier jeden Montag den wöchentlichen Marktbericht von Carsten Gerlinger, Senior-Portfoliomanager der Quint:Essence Capital S.A., Luxemburg.

Endlich geschafft
13.05.2013 Die Aktienmärkte sonnen sich weiterhin in der Gewissheit, dank der Zentralbanken vor einem Sonnenbrand geschützt zu sein. Mit dem nachhaltigen Überschreiten seiner bisherigen Höchstmarke konnte in der vergangenen Woche endlich auch der Dax sein Trauma überwinden. Geholfen haben dabei, neben der positiven Marktstimmung, überraschend gute Konjunkturdaten, allen voran aus China. Einziger Wermutstropfen: Es steigen nun auch Aktien von Unternehmen, deren fundamentale Verfassung und Ausblick dafür keinerlei Rechtfertigung bieten. Paradebeispiel hierfür ist die Commerzbank.
Seine Wahl zum Präsidenten ist tatsächlich schon ein Jahr her: In Frankreich feiert Hollande sein einjähriges Dienstjubiläum. Ein Jahr Stillstand, für das Land kein Grund zur Freude. Nun plant die Regierung ein zehnjähriges Infrastruktur-Investitionsprogramm, das hauptsächlich für Breitbandinternet und saubere Energie bestimmt ist. Dafür soll das Tafelsilber verscherbelt werden. Gut, dass die Europäische Kommission Frankreich zwei weitere Jahre zur Reduzierung des Haushaltsdefizits eingeräumt hat. Von daher besteht aus Sicht der Regierung auch keine Notwendigkeit, die Verwendung der Erlöse zum Schuldenabbau zu verwenden. Spezifische Einzelheiten hinsichtlich des Umfangs der Veräußerungen wurden bislang nicht genannt. Die staatlichen Beteiligungen werden bei aktuellen Marktpreisen auf 62 Mrd. Euro geschätzt, u.a. an EDF (84 %), GDF Suez (36,7 %), Thales (27 %), EADS (14,8 %), Safran (27,1 %), ADP (54,5 %) und France Telecom (13,5 %).
Slowenien tickt da ganz anders. Um die Krise einzudämmen, erhöht das angeschlagene Land vom 1. Juli an die Mehrwertsteuer von 20 auf 22 Prozent. Die Steuererhöhung und eine Immobilienabgabe sollen vom kommenden Jahr an Mehreinnahmen von 540 Millionen Euro bringen. Rund 500 Millionen Euro sollen zusätzlich auf der Ausgabenseite eingespart werden.
In Griechenland macht sich zunehmend Optimismus breit. Sowohl der griechische Finanzminister als auch der griechische Premier zeigten sich in Zeitungsinterviews hoffnungsfroh. Im März und April wurden erstmals seit Beginn der Krise mehr Menschen neu eingestellt als entlassen. Der Index für das Wirtschaftsklima stieg im März auf den höchsten Stand seit 2009. Und auch für die Tourismusbranche, welche rund 16 % zum griechischen BIP beisteuert, sieht es mit Blick auf die Sommersaison gut aus. Positive Daten auch aus dem hellenischen Haushalt: Dessen Fehlbetrag war nicht nur für 2012 geringer als erwartet ausgefallen, nein, dieser Trend setzte sich auch im ersten Quartal 2013 fort. Ein norwegisches Forschungsschiff kreuzte drei Monate lang vor der Küste Kretas und im Ionischen Meer und heizte die Spekulationen um vermutete Öl- und Gasvorkommen an. Der griechische Premier beziffert den Wert der Gasvorkommen vorsichtig auf mehr als 300 Mrd. Euro. Zwischen Exploration und Beginn der Förderung liegen jedoch erfahrungsgemäß acht bis zehn Jahre. Es gibt aber noch zahlreiche Schönheitsflecken: 65 % Jugendarbeitslosigkeit, 30 % der Bevölkerung leben an der Armutsgrenze, politische Extremisten und Populisten finden wachsenden Zulauf.
Die Europäische Zentralbank (EZB) ist zu weiteren notwendigen geldpolitischen Lockerungen bereit. EZB-Direktor Yves Mersch sagte, die Zentralbank habe noch konventionelle und unkonventionelle Instrumente im Koffer. Mit dieser Rückversicherung und mit hoffentlich weiteren positiven Überraschungen seitens der Konjunktur bleiben die Börsenampeln auf grün geschaltet und der Jagd nach neuen Indexrekorden steht nichts im Wege. Gegenüber vorübergehenden Konsolidierungen sollte man positiv eingestellt sein – und konsequent zum Kauf von bereits an dieser Stelle genannten Werten (u.a. BASF, Linde, Siemens oder aus der zweiten Reihe Pfeiffer Vaccum) nutzen.
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Carsten Gerlinger verfügt über 20 Jahre Erfahrung im Bereich Private Banking, Portfolio- und Fondsmangagement. Er arbeitet als CEFA Senior-Portfoliomanager bei der Kapitalanlagegesellschaft Quint:Essence S.A. Mehr zu Quint:Essence erfahren Sie auf Internetseite des Unternehmens. Klicken Sie einfach auf das Logo.

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